| |
Le Tour de France newsletter,
Nr. 5, 7. Mai 2006
.............................................................................
http://www.le-tour.net
Bonjour und Guten Tag!
anbei mein monatlicher Newsletter für Euch Frankophile dort draussen,
wo
immer Ihr Euch auch grade aufhaltet. Wie jeden Monat gibt es hier die
Daten
meiner "Franzosen-Disco", CD-Tipps, Konzertdaten französischer
und
frankophoner Acts und mehr. Wie immer unvollständig und rein subjektiv,
versteht sich.
Dieses Mal in der Verlosung: 3 mal der sehr schöne
Gainsbourg-Tribute-Sampler „Monsieur Gainsbourg Revisited“
mit englischen
Gainsbourg-Bearbeitungen von Franz Ferdinand, Pulp, Portishead, Cat Power,
Marc Almond, The Kills, The Rakes, Tricky, Michael Stipe (REM) und anderen.
Mehr unter Verlosungen!
Wenn Ihr diesen monatlichen Newsletter nicht mehr bekommen möchtet,
dann
bitte einfach ein kurzes Rückmail: unsubscribe. Sonst freue ich mich
auch,
wenn Ihr die TOUR DE FRANCE weiterempfehlt. Danke!
Wir sehen uns, alles Gute und à bientôt
Thomas Bohnet
***************************************************
!!!Wie viele Fans trauere auch ich um einen der grössten Musiker
der
jüngeren Zeit, den Australier Grant McLennan, der am vergangenen
Samstag in
seinem Haus im Brisbane unerwartet verstorben ist. Der 48jährige
war
zusammen mit Robert Forster der Kopf der genialen band The Go-Betweens,
einer Gruppe, die nicht zuletzt auch in Frankreich sehr viele Fans hatte
und
für die meine Agentur Target Concerts die Reunion-Tournee im Herbst
2000
organisieren durfte. Zurück bleiben grossartige Alben und einige
der
schönsten Songs der Rockgeschichte!!!!!!Inhalt
1. Termine TOUR DE FRANCE
2. Sampler « LeTour »
3. Gewinnspiel : 3 mal das Album « Monsieur Gainsbourg Revisited»
4. Neue Franzosen-Cds
5. Franzosen-Acts live
6. Printemps de Bourges:. Rückblick
7. Sonstiges
8. Playlist
1. Tour de France Termine
Hier die bereits feststehenden Daten der nächsten Monate: Die Termine
findet
Ihr auch unter www.le-tour.net
In München gibt es die TOUR DE FRANCE bereits seit Mai 2000. Nachdem
das
zuerst im legendären Club 2 über die Bühne gegangen ist,
finden die Parties
nun seit drei Jahren einmal im Monat – immer der erste Freitag im
Monat!!! –
in der Muffathalle statt. Co-DJ ist dort meist mein junger bretonischer
Kollege DJ Leakim alias Mikael Bourdon. Seit Dezember 2005 findet die
Party
übrigens nicht mehr im Café sondern im grösseren Club
Ampere, gleich
nebenan, statt.
In Berlin steigen die Parties seit September 2003 einmal im Monat im Roten
Salon in der Volksbühne (für Auswärtige: direkt am Rosa-Luxemburg-Platz).
Seit diesem Jahr findet die TOUR DE FRANCE zudem alle zwei Monate in
Erlangen (E-Werk) und in Saarbrücken (im Club „Hellmut“
neben der Garage)
statt.
Mit dem legendären „Sinkkasten“ haben wir für Frankfurt
endlich auch eine
adäquate neue location gefunden, wo am Freitag, den 26. Mai die TOUR
DE
FRANCE zum vierten Mal in Frankfurt Station machen wird. Auf meinen dritten
Besuch in Regensburg (im Rahmen des französischen Filmfestivals am
6. Mai
freue ich mich auch ganz besonders!)
Andere Städte zwischen Konstanz und Hamburg, Zürich und Wien
stehen
unregelmässig auf dem Programm. Wer die Tour de France booken möchte.
Anfragen/Angebote bitte an thomas@target-concerts.de oder 089-22 83 660.
Fr 07. April 2006, München-Muffat-Ampere, Etappe 71
Sa 22. April 2006, Berlin-Roter Salon, Etappe 32
Fr 05. Mai 2006, München Muffat-Ampere, Etappe 72: 6 Jahre TOUR DE
France,
mit Liveband Mini Moustache
Sa 06. Mai 2006, Regensburg Leerer Beutel, Disco im Rahmen der Frz. Filmwoche
Fr 19. Mai, 2006, Erlangen, E-Werk, Etappe 4
Sa 20. Mai 2006, Berlin Roter Salon, Etappe 33
Fr 26. Mai 2006, Frankfurt Ort Sinkkasten
Sa 27. Mai 2006, Saarbrücken Hellmut, Etappe 4
Fr 02. Juni 2006, München Muffat-Ampere, Etappe 73, 22 Uhr (mit Co-DJ
Mikael Bourdon)
Sa 24. Juni 2006, Berlin Roter Salon, Etappe 34, 24 Uhr
Fr 07. Juli 2006, München Muffat-Ampere, Etappe 74, 22 Uhr (mit Co-DJ
Mikael Bourdon)
Sa 15. Juli 2006, Berlin Roter Salon, 24 Uhr
Di 18, Juli 2006, München-Cord, Stachus-Musik. WM-Nachlese «
Brazil vs France » mit den DJs Bernd Hartwich im gelben und Thomas
Bohnet im blauen Trikot
Mo 31. Juli, Konstanz Neuwerk-Kantine, Relaxed Clubbing Special, 21 Uhr
2. "LeTour" CDs
Schon länger steht mein zweiter "Franzosen-Sampler"
LeTour – The Best In
French Alternative Music (der Untertitel hätte auch heissen können:
"das
Beste des Jungen Frankreichs" oder ähnlich) in den Läden.
Wie schon Vol 1
ist auch dieser Sampler beim Frankfurter Label Local Records (D-Vertrieb:
Al!ve. CH-Vertrieb: RecRec, A-Vertrieb: Hoanzl) erschienen.
Musikalisch ähnlich gelagert wie Volume 1 wird Euch, wenn Ihr den
ersten
gemocht habt, auch die zweite CD überzeugen. Versprochen! Mit dabei:
Cali,
Romeo, Kana (Plantation), Tarmac, Mickey 3d, Paris Combo, Sanseverino.
Phonoboy, Florent Marchet, Nada Surf und vielen andere.
Den Sampler gibt es natürlich auch bei den Parties.
Gegenwärtig arbeiten Labelboss Christian Arndt und ich an Volume
3 des
Samplers. Die CD soll im September 2006 erscheinen.
In folgenden Städten gibt es die CDs auch in den von mir empfohlenen
Läden
zu erstehen – support your local record dealer!!
MÜNCHEN – Resonanz (Auenstrasse) und Optimal (Kolosseumstrasse)
BERLIN – Scratch (Zossener Strasse)
KONSTANZ – Studio 1 (Am Schnetztor)
3. Gewinnspiel
Vielen Dank für alle die beim letzten Gewinnspiel mitgemacht haben
und mir
Tipps für LeTour Vol 3 zugeschickt haben. Da waren einige anregende
Tipps
dabei und auch einige Tracks an die ich selbst bereits gedacht hatte.
Die Gewinner der Verlosung sind (wurden bereits benachrichtig! Viel Spass!)
Camille-CD: Suzanne Bieber
Nosfell-CD: Catherine Dautel
Dieses Mal verlose ich 3 CDs des feinen Samplers "Monsieur Gainsbourg
Revisited" (Dank an Universal, Nadine Bless).
Zum 15ten Todestag des Meisters hat die französische Musikzeitschrift
"Les
Inrockuptibles" diesen Sampler in Aufttrag gegeben, mit insgesamt
guten
Ergebnis. Nicht alle Tracks sind gelungen, dennoch überwiegen die
Guten bei
weitem. Absolut gut finde ich das herrliche, englisch gesungenes Cover
von
"Je suis venu te dire que je m`en vais": Der Brite Jarvis Cocker
(Kopf der
Pulp) hat das zusammen mit dem französischen Frickler Kid Loco zu
"I Just
Came To Tell You That I`m Going" gemacht. Auch schön: die englische
Version
von Gainsbourgs Hit "Le Poinçonneur des Lilas" ("Just
A Man With A Job") von
den Rakes. Wenn sich Brian Molko zusammen mit Françoise Hardy und
Faultline
über das "Requiem pour un c", das hier zum "Requiem
for a jerk" wird
hermacht, dann kommt das auch gut. Weniger gelungen, ist leider "Boy
Toy"
des von mir verehrten Marc Almond mit Placebo oder Placebos "Melody
Nelson". Sehr fein: The Kills mit "I call it art" La choanson
de slogan und
besonders schön ist die englische Bearbeitung von "Je t`aime"
von Cat Power
mit Karen Elson. Auf Englisch und dann noch von zwei Frauen gesungen,
gewinnnt diese legendäre Stöhnorgie noch dazu. Sehr stilvoll
auch Marianne
Faithful zusammen mit dem Reggae-Dub-Duo Sly & Robbie bei Gainsbourgs
legendärem Reggae "Lola Rastaquouere". Franz Ferdinands
Co-Produktion mit
Jane Birkin, "Sorry Angel", ist dagegen nicht soo spannend,
aber durchaus
annehmbar.
Wer eine der CDs gewinnen möchte, schicke mir eine mail mit seinem/ihrem
Gainsbourg-Lieblingssong. Einsendeschluss ist Mittwoch, 24. Mai. Die
Gewinner werden benachrichtigt!
4. Neue Platten aus der französischen/francophonen Szene
Phoenix: It`S Never Been Like That (Source/Virgin/EMI,15.5.)
Drittes Album der aus Versaille kommende Band, die uns vor sechs Jahren
mit
dem genialen Debütalbum "United" begeistert haben. "It`s
Never Been Like
That" ist dabei auch wieder stärker als das zweite Werk "Alphabetical",
bei
dem eigentlich nur die Single "Everything`s everything" herausgeragt
hat.
Wie immer hören wir englischsprachigen, fein arrangierten Gitarrenpop
in
bestechender Soundqualität.
Sandrine Kiberlain: Manquait plus qu`ça....(Virgin/EMI,
19. Mai 2006)
Die schon vor einem Jahr in Frankreich erschienen wunderbare Platte der
vielseitigen jungen Schauspielerin Sandrine Kiberlain (u.a. in Laetita
Massons Regiedebüt "En avoir ou pas", "Haben oder
sein" zu sehen), wird im
Mai nun endlich auch in Deutschland veröffentlicht. Und das feine
Debüt der
Dame müsste eigentlich auch hier einschlagen. Was nicht zuletzt am
exzellenten "Y`a du monde" liegen könnte. Ich spiele den
Titel seit mehr als
einem Jahr regelmässig bei meiner Tour de France und fast immer wird
gefragt, was denn das sei! – Wer zum Beispiel Carla Bruni mag, der
wird auch
die luftigen Kompositionen, die im Chanson gründen, aber auch Popcharakter
haben, lieben. Das Presseinfo vergleicht sie mit Julie Delpy. Dem halte
ich
entgegen, dass Sandrine Kiberlain im Gegensatz zur als Schauspielerin
hochgeschätzten Delpy auch singen kann. Mitverantwortlich für
die Lieder
sind übrigens keine Geringeren als der Sänger Alain Souchon
sowie der von
mir sehr geschätzte, hierzulande kaum bekannte Camille Bazbaz, dessen
schräger French-Reggae-Touch dezent miteinfliesst.
Raphael: Caravane (Virgin/EMI, 13.Juni
2006)
Der grosse Victoire-Sieger 2006 ist Raphael. Sein drittes Album "Caravane"
wird am 13. Juni auch in Deutschland veröffentlicht. Mehr dazu im
Juni-Newsletter.
Nouvelle Vague: Bande A Part (PIAS, VÖ:
13. Juni 2006)
Album Nummer zwei des Pariser Coverprojekts steht auch in den
Startlöchern.....wieder gibt es jede Menge New-Wave-Punk-Hits im
Bossa-Gewand. Leider ist Camille nicht mehr mit dabei, das tut dem ganzen
aber insgesamt keinen Abbruch. Die alten/neuen Sängerinnen machen
das bei
Tracks wie "The Killing Moon" (Echo & The Bunnymen), "Blue
Monday" (New
Order) oder, ganz gross der Düsterhymne "Bela Lugosi`s Dead"
von Bauhaus
wieder wett. Mehr dazu im nächsten Newsletter.
Live am 6.6. in Berlin (Passionskirche), 7.6. München (Kleine Elserhalle),
8.6. Köln (Bürgerhaus Stollwerck)
Elli Medeiros: For You (V2 Frankreich)
Comeback-Album der Sängerin, deren "A bailar calypso" bei
der TOUR DE FRANCE
ein gern gehörter Titel ist. Einst bildete sie zusammen mit Jacno
das
legendäre New-Wave-Duo Stinky Toys. Jacno war nun auch ein einigen
Titeln
des neuen Albums beteiligt. Wobei der stärkste, rockige Song als
Co-Autor
Etienne Daho hat.
Zimpala: Honeymoon (Platinum/Légère
Recordings)
Aus dem gleichen Stall (Platinum) wie die Bikini Machines. Mehr nächsten
Monat.
Les Hurlements D`Leo: Temps Suspendu (Wagram)
Grandiose Folk-Chanson-Punk-Band aus Bordeaux, deren Hit "La der
des der"
seit Jahren bei der TOUR DE FRANCE zu DEN Tanzflächenfüllern
gehört!
Emily Loizeau: L`Autre Bout Du Monde (Fargo
Frankreich)
Eine der jungen Sängerinnen, die man sich merken sollte.
Christophe Mali: Je vous emmène (SonyBMG
France)
Ein Mitglied der inzwischen sehr erfolgreichen Tryo auf Solopfaden. "Le
premier amour" ist der kleine Hit auf dieser Platte.
Debout Sur Le Zinc: Les promesses (SARL/Wagram France)
Chanson-Folk-Rock mit osteuropäischem Einschlag und Klezmer-Bezügen.
Sehr
schöne Platte.
Dominique A: L`horizon (Olympic Disk)
Das neue Werk vom Songwriter, der trotz bester Reputation in Frankreich
leider immer noch nicht zu den ganz Grossen gehört,. Warum eigentlich?
Hushpuppies: The Trap (Faith Recordings/RTD)
Sixties inspriierter englischsprachiger Rock mit Örgelchen und fetten
Beats.
Klingt erfolgversprechend und die Hushpuppies könnten den Phoenix
international folgen.
Rhesus: Sad Disco (PIAS)
Wie die Hushpuppies gilt auch das blutjunge Trio als grosse internationale
Hoffnung der französichen Rockszene, Eine Band, die das alte Vorurteil
"Frogs Don`t Rock" widerlegen soll und das durchaus auch kann.
Oshen: Don Juan (V2 France)
Auch die junge Songschreiberin Oshen sollte man beachten. Ihre Chansons
über
die Liebe, Sex und anderes sind dabei auch nocht ganz humorvoll.
Matmatah: Archie Kramer (La Ouache)
Neues Werk der schwer rockenden Bretonen. Sowohl der Titelsong als auch
das
feine "Au conditionell" haben Hitcharakter.
Jüngst erschienen und hier schon vorgestellt:
Bikini Machine: Joue Dutronc (Lég’ère
Recordings/Our Distribution)
Emilie Simon: Végétal (Universal
Import)
Watcha Clan: Le Bastion (Vai la Bott/Mosaic
Distribution)
Françoise Hardy: Le temps des souvenirs
– Best Of (EMI)
Jane Birkin: Fictions (Virgin/EMI)
DAT Politiics: Wow Twist (Chicks On Speed
Records/Disko B/Hausmusik)
Various Artists: Monsieur Gainsbourg (Universal)
Jeronimo: 12H33 (V2 Import)
Kid Chocolat: Zombi parti (Poor Records)
Dionysos: La Métamorphose de Mr Chat
(Universal import)
Anais: The Cheap Show (V2, Import)
Ana-M: Face ou pile (www.ana-m.com)
Blankass: Elliott (Warner Music, Import)
Jérémie Kisling: Le Ours (Naive/Import)
Kaptiv: Kaptiv (www.kaptiv.com
)
Hyperclean: Hyperclean (Microbe/Warner, Import
Saian Supa Crew: Hold Up (Labels/ GermanyEMI)
Orange Blossom:
Everything must change (NRW Records/NRW Vertrieb)
Tetes Raides: Qu`est-ce qu`on s`fait chier
(NRW Records/NRW Vertrieb)
5. Franzosen-Acts live auf Tour
Einen schönen Überblick über die Konzerte französischer
und frankophoner
Acts bietet die Seite des Berliner Exportbüros:
www.french-music.org/concerts
Bikini Machine
Sehr gute Livecombo, deren Klasse bislang noch nicht so richtig auf CD
gebannt werden konnte.
Auf ihrem jüngsten Werk "Joue Dutronc" hat sich diese wunderbare
Sixties-Surf-Combo hier einige Hits der Sixties-Ikone Jacques Dutronc
vorgenommen. Mit überwiegend gutem Erfolg. Wobei sich die Klasse
der Cover,
ob "Mini Mini Mini","Les Responsable" oder "On
nous cache tout, on nous
dirt rien" am besten live offenbart.
So gesehen vor zwei Wochen beim Festival Printemps de Bourges, wo Bikini
Machine in einem mitreissenden Liveset nicht nur Dutronc-Cover sondern
auch
eigen Songs verbraten haben. Soul trifft auf Beat, Surf auf etwas
electronic. Man merkt der sehr coolen Band einfach an, dass dort auf der
Bühne Musiker stehen, die schon seit 20 Jahren mit Leib und Seele
bei der
Sache sind. Bikini Machine treten am 20. Mai nachmittags mit einem kurzen
Showcase auf der Leipziger Messe Pop Up auf und sind dann am selben Abend
ab
24 Uhr bei meiner TOUR DE FRANCE im Roten Salon live zu sehen.
20.05.2006 Berlin, Roter Salon (Showcase im Rahmen der TOUR DE FRANCE)
24:00 Uhr
Mini Moustache
Die Begeisterung für französischen Pop trägt hierzulande
Früchte: Mini
Moustache sind eine recht amüsante neue Rock-Pop-Band aus Deutschlands
Südwesten, genauer aus Mannheim. Infos unter www.minimoustache.de
.
Sympathischer, musikalisch gut gemachter französischer Disco-Rock
- La Boum
rockt. Was die feinen Phonoboy in Sachen Rock und Beat draufhaben, machen
diese Partyrocker mit Disco. Wobei auch die Bühnenpräsenz und
Entertainerqualitäten der Gruppe nichts zu wünschen übrig
lassen. So gesehen
gerade eben wieder bei ihren Gastspieen bei der Tour de France in Berlin
und
München
25.05. München, Stustaculum Open Air
27.05. Heidelberg, Uniplatz Open Air
27.05. Darmstadt, Schlossgrabenfest
28.05. Mannheim, Wasserturm Open Air
23.06. Augsburg, Beim Weissen Lamm
15.07. Worms, Jazz & Joy Festival
11.08. Hecklingen, Open Air
25.08. Bremen, Viertelfest
Camille
Die Sängerin Camille – dem deutschen Publikum zuerst als eine
der Stimmen
des Pariser Projekts Nouvelle Vague bekannt – ist die Aufsteigerin
der
jüngeren Chanson-Szene. Sind Keren Ann, Françoiz Breut, etc
auch in
Frankreich nur einem eingeweihten Publikum bekannt, so hat Camille
inzwischen auch die breite Masse erreicht. Das mit einem keinesfalls
eingängigen und durchaus auch schrägen Songs. Jüngst hat
sie erst zwei der
begehrten Victoires, der französischen "Grammys" bekommen.
Im Mai ist
Camille erstmals auf grösserer Deutschland-Tour.
08.05. Karlsruhe, Tollhaus
09.05. Jena, Stadtkirche St. Nikolai
10.05. Darmstadt, Centralstation
12.05. Hamburg, Fabrik
13.05. Berlin, Glashaus
Loulou Djine
Chanson trifft auf den Orient, Jazz auf Balkan-Beats. Drei der fünf
Musiker
ovn Loulou Djine sind kroatischer Abstammung, insofern kommt der
Balkan-Bezug nicht von ungefährt "Ein künsterlisches Projekt
von grosser
Ausstrahlung und einer Einzigartigkeit, die dem Klischée der "Russendisko"
und der neuen Mode der Balkanmusik weit entfernt ist", schreibt "Le
Monde de
la musique" (Juli/August 2005).
09.05. Illingen-Illipse
Djamel Laroussi
Algerischer Rai. Laroussi modernisiert den Stil, arbeitet mit diversen
afrikanischen Grooves, etwas Jazzrock, Rap und anderem.
13.05. Frankfurt, Kulturprojekt 21 (Bachmannstr. 4)
La Phaze
Soundclash aus Electro, Free Jazz, Drum& Bass, Rock und roher Punkenergie.
Das Trio aus Nantes mischt dabei auch immer noch in Sachen Dub mit und
wurde
auch schon von Manu Chao zum Touren in Südamerika eingeladen. Nicht
die
schlechteste Referenz also.
19.05. Heidelberg
20.05. Hamburg-Hafenklang
21.05. Berlin-Kato
DJ Chloe
24.05. München-Harry Klein
David Guetta
20.05. Frankfurt-Cocoon
24.05. München-8 Seasons
Les Boukakes
27.05. Würzburg-Afrika Festival
19.06. Berlin, Heimatklängefestival
30.06.Nürnberg
06.07. Syke
07.07. Hannover
08.07. Rudolstadt
29.07. Koblenz
30.07. Nürnberg, Bardentreffen
Tiken Jah Fakoly
Francophoner Reggae vom Besten. Nicht zuletzt live sehenswert.
28.05. Würzburg-Afrika Festival
15.06. Karlsruhe-Afrikatage
16.06. Berlin-Treptower Park (Popkick)
Leoparleur
27.05. Bielefeld
25.06. München, Olympiapark, WM Fan Festival
Nouvelle Vague
Nach ihrem genialen Debüt von 2004 folgt nun mit "Bande à
part" Volume 2.
Olivier Libaux (der ansonsten auch mal bei Helena in der Band spielt und
vor
drei Jahren das grandiose Soloalbum "L´héroine du bain"
veröffentlicht hat)
und Marc Collin (u.a. Produzent von Avril) haben hier wieder einige
New-Wave-Hits ausgegraben und ins luftige Bosse-Gewand gesteckt. Wobei
man
den dunklen Stücken auch ganz andere Seiten abgewinnt.. Live kommen
die
Beiden diesesmal mit kompletter Band und zwei Sängerinnen. Camille,
die
noch beim ersten Projekt mit dabei war, ist inzwischen selbst zum grossen
Star in Frankreich aufgestiegen und nicht mehr bei Nouvelle Vague dabei.
Dich ihr Ersatz ist mehr als eine Verlegenheistlösung, wie Nouvelle
Vague
zeigen werden.
06.06. Berlin, Passionskirche
07.06. München, Kleine Elserhalle
08.06. Köln, Bürgerhaus Stollwerck
Khaled
Der Roi du Rai, der König des Rai, ist nach wie vor, trotz Konkurrenz
von
faudel, Mami und anderen nachwie vor die Nummer Eins in Sachen Rai.
02.06. Frankfurt, Alte Oper
04.06. Linz, Linzfest
Les Blerots de RAVEL
Vielköpfige Chansonrockband mit Mulitkulti-Einflüssen. Zu hören
auf dem
jüngsten schönen Album "Voleurs du dimanche". Die
folgen Daten sind noch
nicht bestägit. Mehr Infos auf www.bletrosderavel.com
26.06. Lünen
27.06. Leverkusen
29.06. Krefel
01.07. Oberhausen
04.07. Neuss
05.07. Iserlohn
Les Cameleons
Ska-Rock, der französich und spanisch gesungen wird. Mehr auf
www.legrouplescameleons.free.fr
31.05. Kassel, Schlachthof
01.06. Berlin, Kato
02.06. Hagen-KUZ Pelmke
und im Herbst weiter auf Tour:
Chansons et Violons
Timna Brauer und Elias Meiri Ensemble
Das Ehepaar Timna Brauer und Elias Meiri mischt Jazz mit Chanson, westliche
Klänge mit jüdische und arabischen Sounds. Mehr Infos auf
www.brauer-meiri.com
08.06. Wien-Musikverein
Vaguement La Jungle
Multikulti-Chanson-Folk-Rock zur WM...Mehr auf www.vaguementlajungle.com
15.06. Neuss-World Cup
16.06. Lünen-World Cup
17.06. Leverkusen-World Cup
18.06. Hagen-World Cup
19.06. Iserlohn-World Cup
6. Printemps de Bourges
Zum dreissigsten Mal fand dieses Jahr (25. April bis 1. Mai) das renommierte
Festival in der französischen Kleinstadt, zwei Autostunden südlich
von Paris
statt.
Neben den Francopholies von La Rochelle ist Bourges das französiche
Festival
mit den meisten französischen Acts, wobei im Jubiläumsjahr die
einheimischen
Topacts gleich reihenweise dort waren. Sich aber auch das internationale
Programm mit einem fulminanten Auftritt der US-amerikanischen Flaming
Lips,
Shows von Architectures In Helskinki, Coco Rosie, Calexico, Dresden Dolls,
den Buzzcocks (leider verpasst, da supervoll), Art Brut und Arctic Monkeys
(eine eher langweilige Angelegenheit; was für eine überschätzte,
picklige
Teenagerband!), u.a. zeigen kann.
Für mich war es bereits der fünfte Besuch bei den "Printemps".
Denn das ist
jedes Jahr eine sehr gute Gelegenheit in angenehmer Atmosphäre neue
französische Acts zu entdecken und alte Bekannnte endlich einmal
live zu
sehen. Die ganze Stadt ist fünf Tage lang ein Festival, mit allen
Vor- und
Nachteilen. In verschiedenen Locations finden die Shows statt: Im grossen
Zelt Phenix mit einer Kapazität von 5500 BesucherInnen, im kleinen
Club 22
mit zwei stickigen Räumen und Platz für jeweils 250 Leute. Ein
nettes
Theater, ein Audimax, eine Sporthalle sind weitere Auftrittsorte. Dazu
finden in allen Bars und auf der Strasse Off-Konzerte kleinerer Bands
statt.
Vor fünf Jahren habe ich dort auf der Strasse zum Beispiel erstmals
N&SK
live gesehen, deren Ska-Hit "Ç`a l fait" inzwischen gut
bei der TDF läuft
und auch auf meinem ersten Sampler zu finden ist. In den letzen Jahren
habe ich mit dem Watcha Clan und Les Petites Bourettes auf der Strasse
sehenswerte Bands gesehen. Heuer hab ich mir die eigentlch gelobte
Chanson-Band Drole de Sire gesehen: eine langweilige Angelegenheit.
Der Nachteil beim Strassenfestival. Es zieht inzwischen anscheinend die
gesamt Landjugend zwischen Paris und Bourges an, die sich teilweise bis
zur
Besinnungslosigkeit kollektiv besäuft und zum Beispiel Freitag nachts
ein
Feld der Verwüstung in der Innenstadt hinterliess: wobei die
Reinigungskräfte die Tonnen zersplitternden Glases und Flaschen morgens
recht rasch wieder wegräumen. Auch das Aggressionspotential ist dann
gelegentlich recht hoch. Wobei ich den Eindruck habe, das die Verwüstungen
von Jahr zu Jahr grösser und unangenehmer werden.
Einige Worte, rasch zum Programm.
Mittwoch, 26 April
Yann Tiersen diesesmal mit Gästen, nachdem er vor fünf Jahren
an gleicher
Stelle mit einem kompletten Sinfonieorchester aufgetreten war. Nun also
im
Palais D`Auron, einer hässlichen Mehrzweckhalle für 2500 Menschen,
mit
GastsängerInnen. Dominique A, Dominique As "Double" Grégoire
von den Tetes
Raides, Liz Frazer von den Cocteau Twins, die junge Sängerin Katel
sowie
Frankreichs R&B-Rap-Diva Diam. Keine schleche Show. Tiersen, wie schon
bei
den jüngsten Auftritten in Deutschland lustvoll und laut rockend,
die
SängerInnen als Gaststimmen. Wobei hier, kein Wunder, Dominique A
die beste
Figur machte. Die lokale Presse kritisierte, nicht ganz zu unrecht, dass
leider kein echter Austausch zwischen den Musikern und auch zwischen Tiersen
& Co und dem Publikum stattgefunden habe.
Weiter ins grosse Zelt nebenan, wo es die junge Melissa Mars zu bestaunen
gab. Eine "Alizee für Grufties", eine Gothic-Lolita, die
ganz in schwarz mit
sexy Minirock hübsch anzusehen, eher etwas für Lolitawatcher
war. Mit
piepsiger Stimme, begleitet von einer grufitg-düster rockenden
Herrenbegleitand rockte die Nachfolgerin von Vanessa Paradis durch ein
mässig spannendes, eher langweiliges Programm.
Später dann Raphael, der grosse neue Star in Frankreich. Abräumer
bei den
"Victoires", dessen drittes Album "Caravan" 2005 mit
fast 1 Million das
bestverkaufte Album Frankreichs war. Zuerst: Raphael sieht super aus,
was
den hohen Frauenanteil und entsprechendes Gekreische im restlos
ausverkauften Zelt deutlich macht. Musikalisch ist das sehr netter
französischer Pop, wobei er mit "Caravane", "Schengen"
und dem grandiosen
"Ne partons pas fachés" sowie dem älteren Titel
"Sur la route" echte Hits
hat. Auch seine Hommag an den früh verstorbenen frankokanadischen
Schauspieler Patrick Dewaere ist klasse. Zwischendurch wird`s mir dann
etwas
langweilig, da dann doch die eine oder andere Schnulze kommt.
Nachts gibt es im stickigen Club 22 das junge Trio Rhesus zu bestaunen.
Hochgelobt nach dem Album "Sad Disco" (PIAS) gelten die Drei
aus Grenoble
bereits als die grosse Hoffnung der französischen Rockszene. An
angloamerikanische Vorbilder angelehnt singt man englisch und kann dadurch
sicherlich auch international punkten. Und in der Tat, die zwei Männer
und
Bassistin Laura Rosello haben einiges zu bieten. Starker Auftritt,
wenngleich die Post-Wave-Power-Pop-Songs auf Dauer etwas eintönig
klingen.
Die Band sollte man beachten. Man wird demnächst wohl auch Deutschland
betouren.
Deutlich älter als Rhesus – die fünf Bandmitglieder spielen
alle schon seit
20 Jahren in verschiedenen Bands – dann Bikini Machine, die mit
einem satten
Set aufwarten. Wobei im ersten Teil die 60s mit den Dutronc-Coverversionen
zu ihrem Recht kommen, man dann später Richtung Soul-Punk, Surf und
feinem
Garagenbeat abdriftet. Sänger Frédéric Gransat, der
ein bisschen aussieht
wie der gute Tony Almeida aus der US-TV-Serie "24", ist ein
guter Performer,
hat Charisma, wie die ganze Band eine angenehme unaufgeregte, abgeklärte
Haltung ausstrahlt. Die guten alten Sonics könnten genauso eine
Referenzgrösse sein wie Dick Dale, die Beastie Boys oder jüngere
BigBeat-Bands vom Schlage der Bentley Rhythm Ace. Bikini Machine sind
am 20.
Mai bei der Tour de France im Roten Salon in Berlin zu sehen und kommen
vermutlich im Herbst auf Deutschland-Tour.
Donnerstag, 27. April
Die Topband im Zelt sorgt für ausverkauftes Haus: Indochine sind
Headliner
beim schwarzen Abend. Man bietet einen pompösen Mix aus Stadionrock
à la U2,
Powerpop, etwas Gothic-Rock im Stile der frühen Cure sowie eine Prise
Synthiepop. Das alles klingt wie damals in den 80ern (nur fetter und besser
produziert), selbst Sänger Nicolas Sirkis, ganz in schwarz mit rotem
Armband
sieht aus wie früher. Im Vergleich zu Cures Robert Smith hat sich
Sirkis
allerdings besser gehalten, ist schlank und nicht fett. Musikalisch wird
der
beste jüngere Indochine-Song, "J`ai demande à la lune"
(den übrigens Mickey
von Mickey 3d geschrieben hat) schon früh gespielt. Sirkis geht mal
vor auf
den Laufsteg ins Publkum rein oder der sehr kleine Sänger, steht
wie
Napoleon auf einem künstlichen kleinen Hügel rechts vorne an
der Bühne. Mir
ist das auf Dauer zu langweilig. Wie mir selber Indochine auch in den
80en
nicht viel gesagt hat. Von aussen betrachtet, kam die Band mit ihrem ersten
Album Ende 1982, Anfang 1983 recht spät, nachdem New Wave & Co
im Rest von
Europa schon fast durch waren. "L`Aventurier" ist ein hübscher
Song, ohne
Zweifel, aber die Band ist wohl ein typisch französiches Phänomen
wie
Téléphone, die von Indochine in den 80er als Lieblingsband
der Szene
abgelöst wurden. Für die französichen Fans ist das eine
wichtige Band und
interessant ist auch zu sehen, dass hier junge Fans nachgewachsen sind.
Das Duo Bumcello kennt man u.a. als Begleitband von M, hat aber auch
bereits
zwei Alben veröffentlicht. Mir war das Duett aus Drumsounds und Cello
mit
Effekten, daher der Name Bum-Cello, bislang nicht spannendegenug und
erinnerte mich vor fünf Jahren eher an einen Trommelworkshop. Diesmal
haben
sich die Beiden für ihren Auftritt im kleinen Saal Le Soute allerdings
Gäste aus Kairo mitgebracht. Mit einem Saxofonisten und Akkordeonisten
sowie
einer afrikanischen Sängerin bieten Drummer und Perkussionist Cyril
Atef
(eine skurrile Persönlichkeit!) und Cellist Vincent Segal ein sehr
schönes
Konzert.
Gleiches lässt sich vom eleganten und sehr vielseitigen Alexis HK
sagen, der
an gleicher Stelle auch noch echte Entertainerqualitäten offenbart
und von
einer glänzenden Band begleitet, Chanson, Rock und eine hübsche
Rap-Persiflage bietet. Richtig gut, der Mann!!
Freitag, 28, April 2006
Mickey 3d im grossen Zelt! Die Band ist immer gut. Nach vier Alben gehört
die Gruppe aus St. Etienne (im Publikum wurden die Fahnen und Farben des
Kult-Fussballteams AS Saint Etienne geschwenkt) an die Spitze des
französicshen Indierocks. Direkt neben Dionysos. Wo Mickey 3d auf
Platte
besser sind, liegen die Stärken der Dionysos im Liveauftrit. Dazu
unten
mehr. Gespielt werden alle hits von "Respire" über "Johnny
Rep" bis zum
alten "France a peur". Nach Dionysos kommt Cali, den ich leider
nicht sehen
kann, da ich rüber ins Palais D`Auron zum Abend mit Liedern von Serge
Gainsbourg muss und ich den von mir sehr geschättzen Cali schon im
letzten
Jahr live gesehen habe.
Initials SG. In Anlehnung an den alten Hit "Initials BB" hat
der
Strassburger Musiker Rodolphe Burger diese Hommage an Serge Gainsbourg
konzipiert. Burger, den Fans vielleicht als einstigen Kopf der Band Katonoma
kennen, macht das sehr gut. Leider sind von den eingeladenen Gästen
sowohl
Katerine (der allerdings am Tag später beim eigenen Konzert wieder
"genesen"
war) und Miossec nicht erschienen. Dafür laufen im zweistündigen,
anregenden Programm auf: Daniel Darc (Ex-Taxi Girl), Anna Karina, Helena,
Keren Ann, Alain Chamfort und der Australier Mick Harvey, der vor Jahren
ein
schönes Album mit englischsprachigen Gainsbourg-Cover veröffentlicht
hat.
Immer mal wieder kommen die Gäste zu Stücken auf die Bühne,
zusammengehalten
wird das ganze von Burger und seiner Band, die nicht nur als Backing Band
glänzt. Bis auf Anna Karina, die u.a. "Sous soleil excatement"
singt, ist
das ziemlich gut. Ob Helena mit ihrem glatzköpfigen Partner (den
kenne ich
nicht) im Duett bei "L`Anamour" zu hören ist oder einen
der schönsten Titel
"Je suis venue te dire" singt, Burger mit einem Co-DJ aus "Requiem
pour un
c" zum Scratch-Rock macht oder Daniel Darc zum Dub rockt. Keren Ann
ist
leider nur mit einem Titel, bei "Sorry Angel" zu hören
und Mick Harvey hat
mit der Technik und seiner defekten Gitarre zu kämpfen. Insgesamt
ein
anregender Abend und weit besser als das, was das Französische Fernsehen
zwei Wochen zuvor in einer öden Gala zu Serge Gainsbourg aufgeboten
hatte.
Dort durften, neben Rafael, Helena, Lio und Alain Chamfort auch langeweilge
Schlagersternchen wie Natasha StPier und Rockröhen wie die
Tina-Turner-für-Arme Anggun Gainsbourg-Hits zerfetzen. Da war das
schon viel
besser.
Samstag, 29. April
Wie Rhesus werden auch die Hushpuppies aus Perpignan als grosse Hoffnung
der
französichen Rockszene gehandelt. Auch hier ist zu sagen: das ist
ganz
okay, allerdings haut es einen auch nicht vom Hocker. Englisch singend,
mit
Orgel und Sixties-Gitarren schwimmt man auf der Mod-Welle, erinnert auch
an
die erfolgreichen schwedischen Mando Diao. Gute Performer, die an diesem
Abend im ausverkauften Zelt einheizen.
Philippe Katerine ist ein Phänomen. Vor gut 15 Jahren gehörte
er mit zu den
Erneuerern der französichen Szene, wenn man so will neben Dominique
A auch
zum Urheber des Konstrukts Nouvelle Chanson. Wobei man ihn wie Dominique
A
auch, beim grossen Publikum in seiner Heimat kaum kennt. Etliche Wandlungen
später hat er unlängst das comichafte, charmante Album "Robots
aprés tout"
veröffntlicht, mit skurrilem, lustigem Disco-Rock wie "100 VIP"
und
"Louxor j`adore", mit dem er jetzt plötzlich Erfolg hat.
Im Zelt singen vor
mir stehende Provinzschönheiten jede Strophe mit. Der Auftritt ist
sehr
lustig.
Nach einem netten Auftritt von Deus und der masslos überschätzen
Band Arctic
Monkeys betreten Dionysos die Bühne und begeistern mit einem grandiosen
Auftritt. Mit einem Bühnebild aus verdorrten Bäumen, einer glänzenden
Licht-
und Bühnenshow brignen Sänger Mathias Malzieu und seine Band
eine Show, die
gleichzeitg Rockkonzert, Theater, Oper und Tim-Burton-Musical ist. Ein
sensationeller Auffritt. Als Fan bin ich sicherlich nicht ganz objektiv,
trotzdem hier noch mal. Dionysos ist nicht nur eine der besten Livebands
Frankeichs., Ich kenne international nur wenig besseres, spektakuläres.
Und
das obwoh ihr jüngstes Album "La Métamorphose de Mr Chat"
gar nicht so
gelungen ist. Live merkt man das nicht. Man spielt das kopmplette Werk
in
einer glänzende Choreographie. Rock und Punk, Folk und französiches
Chanson
– Dioynsos spielen mit dem Publikum bis zum Schluss sich der theatralische
kleine Sänger vom Publikum von der Bühne bis ganz hinten, wo
er den
Lichtmast erklimmt tragen lässt. Klar, das als Zugabe ihr grosser
hit "Song
For Jedi" kommt und 6000 begeistere Zuhörer mitsingen. Was für
eine
Liveband!
Sonntag, 30. April
Nachdem sie eine sehr schöne neue Platte gemacht hat, mit dem Hit
"Fleur de
Saison" waren meine Erwartungen an Emilie Simon recht hoch. Zudem
ich sie
vor Jahren in Bourges mit einem zauberhaften Auftritt gesehen haben. Live
hält das neue Programm den hohen Erwartungen nicht Stand, Das plätschert
so
vor sich hin, die Simon hat wenig Ausstrahlung und trotz des einen oder
anderen guten Songs bleibt da wenig haften.
Ebenfalls heftig erwartet: das Konzert der legendären, wiedererwachten
Louise Attaque, die schon für ihre Hits ins Publikum jagen. Die Ende
der
90er sehr erfolgreiche Band hat heute nicht mehr die Relevanz der früheren
Tage, wenngleich man ihren Einfluss auf die jüngere Szene nicht
unterschätzen darf. Man hat ein schönes neues Album eingespielt
und live
kommt das sehr gut. Und die Band wird regelrecht gefeiert von ihren Fans.
Darunter auch vielen Jungen, die zu der Zeit als Louise Attque gross wurden,
vermutlich grade mal die Ecole Maternelle, den "Kindergarten",
besucht
haben. Jung und älter singen jede Zeile der Band mit. Ein schöner
Festivalabschluss.
7. Sonstiges, Klatsch und Tratsch
*Le Monde hat es unlängst verraten, die europäische Herald Tribune
(29./30.4.06) letztens genüsslich ausgebreitet: Frankreichs Aussenminister
Philippe Douzy-Blazy (53) spricht nicht nur keine einzige Fremdsprache,
sondern hat auch in Sachen geographischer Bildung einigen Nachholbedarf.
Da
wird dann schon mal Thailand mit Taiwan verwechselt. Noch krasser seine
Geschichtskenntnisse. Bei einem Besuch im Jerusalemer "Yad Vashem
Holocaust
Memorial" spielte sich beim Blick auf eine Landkarte, auf der die
Vertreibung/Ermordung der Juden veranschaulicht wurde, in etwa dieser
Dialog
ab. Monsieur Aussenminister: "Wurden denn in Grossbritannien gar
keine
Juden getötet?" Übersetzer: "Aber Herr Minister, Grossbritannien
war doch gar
nicht von den Nazis besetzt." Aussenminister: "Aber wurden denn
gar keine
Juden aus GB vertrieben." – Lustig, oder? Erinnert ein wenig
an die
Verwirrungen, die einst der deutsche Bundespräsident Lübke mit
seinen
Sprüchen angerichtet hat.
* Beim Festival in Bourges treffen sich jeden Abend nach Schluss der Konzerte
Veranstalter, Mitarbeiter, Journalisten und Künstler im "Magic
Room"
genannten Zelt, wo dann ausgiebig getanzt und auch getrunken wird. Samstag
nacht hat dort die von mir sehr geschätzte Sängerin Anais anscheinend
den
ehemaligen Kulturminister Jack Lang in angetrunkenem Zustand beleidigt.
Tags
später rief dann ein Adlatus von Monsieur Lang bei verschiedenen
Leuten an,
um an die Nummer von Anais zu kommen. Diese wiederum wollte ihm die Nummer
nicht herausgeben. Sapperlot! Die Dame hat Mumm, einem der wichtigsten
Kulturrepräsentanten einfach mal kontra zu geben.
8. Playlist (nicht nur französisches)
Morrissey: Ringleader of the Tormentors
Britta: Das schöne Leben...eine der
besten deutschen Bands...
Nouvelle Vague: Bande à parte
Kris Kristoferson: This Old Road.....starkes
Alterswerk des Countrysängers
und Filmstars...wird im Alter auch immer besser
Eleventh Dream Day: Zeroes and ones.....wieder
da, die Rocker aus Chicago
David Fridlund: Amateurism....solo des Sängers
der unterschätzten
norwegischen Band David & The Citizens
Billy Bragg: Volume 1 1981-1990......Englands
Proteststimme, der immer mehr
war als "nur" ein politischer Sänger......feine Box, enthät
die ersten 3
Alben und Bonus-CDs sowie den Sampler "The Internatonale" und
2 DVDs
Willard Grant Conspiracy: Let It Roll....grandiose
Band aus Boston...dunkler
Folk-Rock-noir mit Country und Rock...wieder ganz grosse Platte
Hefner:The Best Of 96-02....unterschätzte
britische Band,die zu ihrer Zeit
noch nicht den Brit-Bonus hatten, wie ihn all die überschätzten
jungen
Brit-Bands jetzt haben
Françoise Hardy: Best Of...
VA: Monsieur Gainsbourg..siehe oben
-- --
Kontakt:
Thomas Bohnet
Postfach 14 06 46
80456 München
Meine homepage: www.le-tour.net
|
|